Klingende Spitzen Spielzeuge

06. Dezember 2010

Das Handwerk hat im Vogtland eine Jahrhunderte alte Tradition. Hier seien einmal drei, besser gesagt vier, Städte hervorgehoben hervorgehoben, die sich durch die Einzigartigkeit ihrer Produkte auszeichnen. Das wären zum einen die Stadt Plauen, die Gemeinden Klingenthal und Markneukirchen und die Stadt Sonneberg. Bei letzterer kann man sich wohl streiten, ob sie noch zum Vogtland zu zählen ist, aber wir gemeinden sie an dieser Stelle einfach einmal ein.

Die Stadt Plauen ist international bekannt durch ihre Stickereien und Spitzen („Plauener Spitze“). Dies ist eine international geschützte Marke und fungiert als Dachmarke und Qualitätssiegel. Anfangs noch rein handwerklich produziert, machte sich die Stickereiprodukte aus Plauen schnell einen Namen. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier eine maschinengestickte Tüllspitze hergestellt. Diese Erfindung machte Plauen zum weltweit einzigen Lieferanten dieses Produktes. Da maschinell hergestellt, war diese Spitze preislich nicht zu unterbieten und von herausragender gleichbleibender Qualität.

Die beiden Städte Markneukirchen und Klingenthal haben einen besonders guten Klang in der Welt der Musikinstrumente. Aus dem treffender Weise so bezeichneten „Musikwinkel“ kamen bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts bis zu 80 Prozent aller weltweit hergestellten Orchesterinstrumente. Anfang des letzten Jahrhunderts war Markneukirchen pro Einwohner gerechnet die reichste deutsche Stadt. Auch heute werden hier noch hochwertige Meisterinstrumente hergestellt und an viele Spitzenorchester geliefert. Das Tal der Musikinstrumente nennt sich auch „Musicon Valley“. Im Musik- und Wintersportmuseum Klingenthal und im Harmonikamuseum Zwota (Stadtteil von Klingenthal) ist die Geschichte des Instrumentenbaus öffentlich gemacht worden.

Die „Spielzeugstadt“ Sonneberg hat sich einen Namen durch die Herstellung von Spielzeugen erworben. Bis zum 1. Weltkrieg wurden hier etwa 20 Prozent aller weltweit produzierten Spielwaren hergestellt. Im Deutschen Spielzeugmuseum, das schon seit 1901 existiert und über einen Fundus von über 100 000 Objekten verfügt, sind Spielsachen ausgestellt, die nicht nur Kinder interessieren dürften.

Städte im Vogtland: Reichenbach

01. Juli 2010

Im nördlichen Vogtland liegt die schöne Stadt Reichenbach. Etwa im 12. Jahrhundert ließen sich in diesem Bereich die ersten Siedler nieder und schon Mitte des 13. Jahrhunderts erhielt die vogtländische Stadt ihre Stadtrechte. Reichenbach entwickelte sich nahe der am besten erhaltenen Burganlage im Vogtland, Burg Mylau. In der Umgebung Reichenbachs und im ganzen Vogtland finden sich historische Überreste aus dem Mittelalter. Die ehemalige Stadtbefestigung ist noch teilweise zu erkennen und auch Teile der Stadtkirche St. Peter und Paul stammen aus dem 12. Jahrhundert. Im Neuberinmuseum kann man die Entwicklung Reichenbachs anhand eines historischen Stadtmodells erkennen. Das Museum ist nach der deutschen Theaterreformatorin Friederike Caroline Neuber (1697-1760) benannt, ebenso wie das Neuberinhaus, ein Konzert- und Veranstaltungshaus, das durch den Vogtlandkreis und den Kulturraum Vogtland gefördert wird.
Reichenbach ist außerdem Heimat der Vogtland-Philharmonie.
Einen Besuch wert ist auch der Reichenbacher Wasserturm, das Wahrzeichen der Stadt. Er wurde 1926 erbaut und ist 28 Meter hoch. Seine Geschichte kann man außerdem in einer Ausstellung erleben. Von der Terrasse des Turms kann man den Blick weit über das Vogtland schweifen lassen.
Doch Reichenbach und sein vogtländisches Umland bietet auch Erlebnisspaß für die ganze Familie. Ganz in der Nähe befindet sich der Freizeitpark Plohn, der Attraktionen für jung und alt bietet. Neben der Wildwasserbahn und der Westernstadt gibt es im Freizeitpark Plohn seit 2009 auch eine Holzachterbahn.
Ebenfalls ein Highlight im Vogtland ist die historische Tropfsteingrotte Alaunwerk Mühlwand – Reichenbach. Abenteuerlustige Urlauber können auf Wanderwegen und in den Stollen das Gelände erkunden.
Gerade wenn man im Reichenbach im Sommer besucht, sollte man einen Ausflug zum „Vogtländischen Meer“, der Talsperre Pöhl machen. Ob Schwimmen, Segeln oder zur Erholung, hier kommt jeder auf seine Kosten. Außerdem befinden sich in unmittelbarer Umgebung wunderschöne Wandergebiete, wie zum Beispiel die vogtländische Schweiz.
Wenn man also Urlaub im Vogtland plant, sollte man auf jeden Fall auch Reichenbach und seine Umgebung besuchen.